Heimatverein Untergröningen
HeimatvereinUntergröningen

Kontakte

 

Rainer Jungkeit

2.Vorsitzender

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Edith und Jürgen Wannags

Info - Museum

07975-283

je.wannags@t-online.de 

 

 

 

 

„Die letzten ihrer Art – Klöppelspitzen aus dem Sudetenland“. Hinter dieser Ausstellung, die der Initiative von Johanna Groß aus Untergröningen zu verdanken ist, verbirgt sich folgende Geschichte:

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Abtsgmünd eine Familie Forster ansäßig, die in Pechgrün im Sudetenland eine gutgehende Klöppelspitzen-Manufaktur betrieben hatte. Pechgrün (Smolnice) fiel später dem Bergbau zum Opfer; die Ortschaft ist unter Abraumhalden und damit von der Landkarte verschwunden.

 

Den Forsters war es bei ihrer Vertreibung gelungen, ca. 350 Original-Klöppelbriefe (Muster) mitzunehmen, was ihnen in Abtsgmünd einen Neustart ermöglichte. Ältere Menschen aus Abtsgmünd und Umgebung erinnern sich noch daran, wie in der Nachkriegszeit Frauen und junge Mädchen bei der Firma Forster Arbeit fanden. Viele verdienten ein Zubrot durch Klöppeln in Heimarbeit.

 

Einige Jahrzehnte später erfuhren die Klöppelbriefe eine zweite Rettung. Inzwischen waren handgeklöppelte Spitzen durch industriell gefertigte Massenware vom Markt verdrängt worden, und die Firma Forster hatte aufgehört zu existieren. Beim Abbruch des Gebäudes nahm eine mitdenkende Nachbarin die Klöppelbriefe an sich und bewahrte sie auf. Später übergab sie diesen wertvollen Schatz dem Deutschen Klöppelverband.

Die Klöppelbriefe wurden unter der Leitung von Maria Steuer und Familie Luderich sortiert, gereinigt und katalogisiert.

 

Dann machten sich talentierte Damen daran, die interessantesten Muster „auszuklöppeln“. Ein Teil dieser kunstvollen Produkte wird nun in Untergröningen präsentiert. Die Sonderausstellung wurde von Mitgliedern des Deutschen Klöppelverbandes aufgebaut: Christa Daiss aus Gschwend, Mitverfasserin des Buches „Die letzten ihrer Art – Spitzen aus dem Sudetenland“, Gabriele Rahm aus Heubach, Rose Kurz aus Engelhofen sowie Johanna Groß aus Untergröningen.

 

Die ausgestellten Werke sind ein Spiegelbild der Spitzenklöppelei im ehemaligen Sudetenland, wie sie heute noch im sächsisch-böhmischen Erzgebirge verbreitet ist.

Außer den wunderschönen Spitzen kann man in der Ausstellung eine Original Pechgrüner Tracht von Frau Daiss bewundern, sowie einen Klöppelsack und Klöppelwerkzeug aus der Sammlung von Gabriele Rahm. An jedem zweiten Sonntag im Monat wird eine Klöpplerin im Museum anwesend sein, um den Besuchern die kunstvolle Handarbeit vorzuführen.

 

Edith und Jürgen Wannags, die Museumsmacher vom Untergröninger Heimatverein, freuen sich sehr über diese sehenswerte Sonderausstellung.